Walter Kosjek

Gaskassier. Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime. Hingerichtet.

* 1903    † 1943

 

Lebenslauf

Walter Kosjek wurde am 9.9.1903 in Wien geboren. Er arbeitete als Gaskassier. 1910 wurde er Mitglied der sozialistischen Arbeiterjugend. Schließlich trat er der sozialdemokratischen Arbeiterpartei Österreich und 1925 dem republikanischen Schutzbund bei. 1937 wurde er Mitglied der KPÖ.

Widerstand, Verhaftung, Todesurteil

Am 8. 7. 1941 wurde Walter Kosjek verhaftet und am 13. 11. 1942 gemeinsam mit Anna Herbrich, Leopold Herbrich, Franz Ludwig Langer und Franziska Appel (alle hingerichtet) zum Tode verurteilt. Am 29.4.1943 wurde er im Landesgericht I in Wien hingerichtet.

Aus dem Urteil

„Auch nach dem März 1938 bieb Kosjek Mitglied der kommunistischen Betriebszelle der Gaskassierer. (…) Im März 1938 fand in einem Kaffeehaus im VIII.Bezirk eine Versammlung kommunistischer Funktionäre statt. (…) Gegenstand der Besprechungen bildete die Umstellung des kommunistischen Parteiapparates sowie die Unterstützung der Angehörigen verhafteter Gesinnungs­genossen. Kosjek wurde dabei zum Bezirksobmann des VIII. Bezirkes bestimmt.“

Gedenkort - Landesgericht für Strafsachen Wien

Im ehemaligen Hinrichtungsraum des Landesgericht für Strafsachen Wien findet sich sein Name auf einer der Gedenktafeln.

Gedenkort - Gruppe 40, Zentralfriedhof

In der Gruppe 40 wurden die im Wiener Landesgericht Hingerichteten beerdigt. 2013 wurde die Gruppe 40 zur Nationalen Gedenkstätte erklärt.

Quellen und Bildnachweise

  • Willi Weinert, "Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer". 4. Auflage Wiener Stern Verlag, 2017
  • Porträtbild: Willi Weinert oder Wiener Stern Verlag
  • Bild Fallbeil/Guillotine: Leihgeber Kurt Brazda
  • Andere Bildrechte: Angabe bei Anklicken des Bildes (Bildinformation)
  • Andere Bilder: Privatbesitz oder Verein Zur Erinnerung

Porträt erstellt von Jürgen Heimlich, Verein Zur Erinnerung, auf Basis der angegebenen Quellen.

Weiterführende Informationen

  • DÖW Katalog zur permanenten Ausstellung. Hg. v. Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands, Wien 2006
  • Wolfgang Neugebauer, Der österreichische Widerstand 1938-1945, Wien 2008
  • Die Geschichte des Grauen Hauses und die österreichische Gerichtsbarkeit, Wien 2012
  • DÖW (Hg.) Widerstand und Verfolgungen in den österreichischen Bundesländern (Wien, Burgenland, Oberösterreich, Tirol, Niederösterreich, Salzburg), Wien 1975-1991
  • Heinz Arnberger, Claudia Kuretsidis-Haider (Hg.) Gedenken und Mahnen in Niederösterreich. Erinnerungszeichen zu Widerstand und Verfolgung, Exil, Befreiung, Wien 2011
  • Brigitte Bailer, Wolfgang Maderthaner, Kurt Scholz (Hg.), „Die Vollstreckung verlief ohne Besonderheiten“, Wien
  • Herbert Steiner, Gestorben für Österreich. Widerstand gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1995
  • Herber Steiner, Zum Tode verurteilt: Österreicher gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1964
  • Willi Weinert, „Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer“. Biografien der im Wiener Landesgericht hingerichteten WiderstandskämpferInnen gegen das NS-Regime. Ein Führer durch die Gruppe 40 am Wiener Zentralfriedhof. 4. Auflage Wiener Stern Verlag 2017
  • Lisl Rizi, Willi Weinert, „Mein Kopf wird euch auch nicht retten“. Korrespondenzen österreichischer WiderstandskämpferInnen aus der Haft. 4 Bände. Wiener Stern Verlag 2016

Web-Hinweise


Porträt teilen